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Jürgen Schmidt
Schulsozialarbeit
Handlungskonzepte und Formate für eine am Kindeswohl orientierte laterale Praxis
2026, ca. 650 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-944970-86-8
Erscheint voraussichtlich August 2026
Auch als E-Book ISBN 978-3-944970-85-1
34,90 € inkl. MwSt.
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Nicht Assistenz. Nicht pädagogischer Abrufdienst.
Dieses Buch fördert Professionalisierung, stärkt die Fachlichkeit, unterstützt Kooperation und macht Schulsozialarbeit handlungsfähig.
Schulsozialarbeit (JaS) wird heute mehr gebraucht denn je. Viele Kinder und Jugendliche wachsen unter Bedingungen auf, die Entwicklung, Teilhabe und Schutz erschweren: psychische Belastungen, familiäre Krisen, Armut, Gewalt, Mobbing, digitale Konfliktdynamiken, Schuldistanz und Erfahrungen sozialer Ausgrenzung erreichen den Schulalltag mit hoher Wucht.
In dieser Lage werden Fachkräfte der Schulsozialarbeit (JaS) häufig gerufen, wenn Schule, Klasse, Lehrkräfte oder Eltern nur schwer tragfähige Lösungen finden. Sie sollen beruhigen, auffangen, vermitteln, schützen, klären und entlasten. Krisenintervention gehört dabei ausdrücklich zu ihrem Auftrag. Problematisch wird es jedoch dort, wo Schulsozialarbeit (JaS) wie ein pädagogischer Abrufdienst behandelt wird: einschalten, wenn es brennt; ausschalten, wenn Kooperation unbequem wird; zuständig machen, wenn andere Entlastung suchen.
Nicht selten geraten Fachkräfte dadurch in Rollen, die ihrem Mandat nicht entsprechen: als Reparaturwerkstatt für schwieriges Verhalten, als verlängerter Arm schulischer Sanktionierung oder als eierlegende Wollmilchsau, die alles auffangen soll, ohne Auftrag, Zuständigkeit und Verantwortung wirklich klären zu dürfen.
Genau hier setzt dieses Buch an.
Es richtet sich an Praktikerinnen der Schulsozialarbeit (JaS), die Kindern und Jugendlichen wirksam helfen wollen, ohne ihre professionelle Rolle zu verlieren. Es richtet sich an Berufseinsteigerinnen, die Orientierung suchen, an erfahrene Fachkräfte, die ihr Profil schärfen wollen, an Leitungsverantwortliche bei Trägern, die Qualität, Mandat und Zuständigkeiten sichern müssen, an Schulleitungen, die ihrem Kollegium im Prozess der Implementierung von Schulsozialarbeit Orientierung geben wollen, an Lehrkräfte, die Kooperation ernst nehmen, und an Hochschullehrende, die künftige Fachkräfte auf dieses anspruchsvolle Arbeitsfeld vorbereiten.
Vom Reagieren zum fachlich begründeten Handeln
Dieses Buch stärkt Schulsozialarbeitende in ihrer Rolle als Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe nach § 13/13a SGB VIII. Es zeigt, wie Aufträge geklärt, Fremdpositionierungen erkannt, Zuständigkeiten geordnet und Grenzen vertreten werden können – ohne Kooperation mit Lehrkräften, Schulleitungen, Eltern und weiteren Diensten zu beschädigen.
· Anhand des durchgehenden Fallbeispiels „Mika & Basti“ werden typische Fragen des beruflichen Alltags praxisnah bearbeitet:
· Wer darf mir fachlich Aufträge geben?
· Wie handle ich rechtlich informiert und fachlich verantwortbar?
· Wie verhindere ich, in einer rein schulischen Handlungslogik aufzugehen?
· Wie grenze ich mich ab, ohne Kooperation zu verweigern?
· Wie entsteht ein Hilfe-, Förder- und Maßnahmenplan, der dem Kind dient und Verantwortung sinnvoll verteilt?
Das Buch bietet keine bloße Methodensammlung. Es entwickelt eine Architektur sozialarbeiterischen Handelns: von Handlungsfeldern über Handlungskonzepte, Handlungsformate und Handlungsmodi bis hin zu Settings, Methoden, Interaktionsformen und Instrumenten. Dadurch wird nachvollziehbar, wer mit welchem Mandat, in welchem Feld, mit welcher Zielsetzung und mit welchen Grenzen handelt.
Zwei integrierte Handlungskonzepte für die Praxis
Im Zentrum des Buches stehen zwei integrierte Handlungskonzepte, die theoretisch fundiert und praktisch ausgearbeitet werden: DiaPAS und symplex. Beide Konzepte sind eng mit der Handlungsarchitektur der Schulsozialarbeit (JaS) verbunden. Sie übersetzen fachliche Grundlagen in bearbeitbare Prozesse und helfen, komplexe Situationen im Schulalltag zu ordnen.
DiaPAS: Mandat klären, Position beziehen, Kooperation gestalten
Das DiaPAS-Konzept bietet ein Navigationsinstrument für dialogisches Positionieren und Auftragsklären. Es unterstützt Fachkräfte dabei, in der Kooperation zweier Systeme – Schule und Jugendhilfe – Kurs zu halten, wenn Erwartungen unklar werden, Zuständigkeiten verschwimmen oder das eigene Mandat unter Druck gerät.
In sechs Schritten lateraler Kooperation hilft DiaPAS, Fremdpositionierungen nicht einfach zu übernehmen, sondern in fachlich legitimierte Aufträge zu übersetzen. So entsteht Handlungssicherheit durch eine professionelle Klärung dessen, was Schulsozialarbeit (JaS) leisten kann, leisten soll – und was nicht. Dazu gehört auch der Schutz vor anmaßender Überforderung: Schulsozialarbeit darf sich nicht in die Hybris treiben lassen, alles lösen, alles ausgleichen und jedes strukturelle Problem durch eigene Zuständigkeit kompensieren zu können.
symplex: Orientierung in Konflikt-, Gewalt- und Mobbinglagen
Das symplex-Konzept zeigt, wie Schule und Schulsozialarbeit (JaS) bei komplexen Konflikten, Gewalt, Mobbing und Schutzlagen gemeinsam handlungsfähig werden können. Es verbindet Fallverstehen, Diagnostik, Beziehungsgestaltung, Regelung und Nachsorge.
Der Ansatz fragt nicht vorschnell: Wer ist schuld? Sondern genauer: Was ist geschehen? Wer ist betroffen? Welche Dynamik wirkt in der Klasse? Welche Hilfe, welche Grenze und welche Verantwortung sind jetzt notwendig?
Damit bietet symplex praxiserprobte Handlungsformate für Situationen, in denen schnelle Reaktionen allein nicht ausreichen. Es geht um Schutz, Fairness, Solidarität und die Wiederherstellung sozialer Zugehörigkeit – ohne Gewalt zu verharmlosen und ohne Kinder vorschnell auf Täter- oder Opferrollen festzulegen.
Für die Praxis geschrieben
Der besondere Nutzen dieses Buches liegt in der Verbindung von fachlicher Grundlegung und praktischer Übersetzung. Die Konzepte werden nicht abstrakt entfaltet, sondern immer wieder auf den Fall Mika & Basti bezogen. Der umfangreiche Anhang stellt ergänzend Arbeitsmaterialien, Übersichten, Formulare, Leitlinien und Grafiken bereit – als Brücke zwischen Konzept, Fallarbeit, Fortbildung, Qualitätsentwicklung und Alltagspraxis. Das Glossar erschließt die verwendeten Fachbegriffe und die im Buch entwickelten Eigenkonzepte.
Dieses Buch unterstützt Sie dabei,
· Aufträge zu klären, bevor sie Sie vereinnahmen,
· Fälle fachlich zu priorisieren, ohne Kinder aus dem Blick zu verlieren,
· rechtliche, fachliche und ethische Grundlagen zusammenzudenken,
· Kooperation mit Lehrkräften, Schulleitung, Eltern und externen Diensten am Kindeswohl auszurichten,
· Konflikt-, Gewalt- und Mobbinglagen systematisch zu bearbeiten,
· Schule und Klasse als demokratische Lebensgemeinschaft zu verstehen und mitzugestalten,
· und die eigene professionelle Identität als Fachkraft der Jugendhilfe zu stärken.
Es ist ein Buch für Menschen, die im Schulalltag nicht nur reagieren wollen. Für Fachkräfte und Verantwortliche in Schule und Jugendhilfe, die helfen, schützen, klären und kooperieren wollen – ohne Schulsozialarbeit (JaS) fremd bestimmen zu lassen.
Für eine Schulsozialarbeit, die fest in der Jugendhilfe verankert bleibt und gerade deshalb Schule wirksam mitgestaltet.
Damit am Schulort kein Kind verloren geht.